Geschichte der DGLE

Dr. Walter Böckmann, ein Gründungsmitglied, beschreibt die Geschichte der DGLE wie folgt:

Erste Kontakte früher Leser der seinerzeit nur spärlich auf dem Markt befindlichen Werke Viktor E. Frankls – ‚Die Logotherapie in der Praxis‘ erschien immerhin 1946 bei Deuticke in Wien – hatten in Einzelfällen zu einem lebhaften schriftlichen Meinungsaustausch und hier und da auch zu nicht minder intensiven Diskussionen mit dem Autor geführt. ‚The American Medical Society of Vienna‘ stellte später über ‚Post Graduate Courses in Logotherapy‘ Zertifikate aus. Zu einer Organisation der ersten Interessenten war es jedoch nicht gekommen, wie auch Jahre später noch in München ein Versuch erfolglos blieb, eine Gesellschaft für Logotherapie zu gründen.
Erst als 1982 amerikanische Logotherapeuten planten, den Dritten Weltkongress für Logotherapie in Regensburg zu veranstalten, sahen sich die wenigen deutschen Logotherapeuten veranlasst, … am Tagungsort mit einer entsprechenden deutschen Gruppe in Erscheinung zu treten. In diesem Sinne wurde Dr. med. Karl-Dieter Heines, Bremer Logotherapie-Interessent und Chef einer großen Suchtklinik, gebeten, den Vorsitz einer zu gründenden deutschen Gesellschaft zu übernehmen. Seit dieser Regensburger Tagung … datiert praktisch die ‚Deutsche Gesellschaft für Logotherapie und Existenzanalyse‘. „

Im November 1982 wurde dann die Vereinsgründung beim Amtsgericht in Bremen eingetragen.
Die Gründer der DGLE haben sich für Umsetzung der Logotherapie Frankls in Deutschland erfolgreich bemüht. Herr Dr. Heines (Bremen) hat in seiner Klinik die medizinische Behandlung von Suchtpatienten logotherapeutisch ergänzt. Dr. Böckmann (Bielefeld), Dr. Böschemeyer (Hamburg, Lüneburg) und Dr. Lukas (Perchtoldsdorf bei Wien) haben Ausbildungsinstitute eingerichtet, zahlreiche Interessenten aus unterschiedlichen beruflichen Bereichen, wie z.B. Medizin, Psychotherapie, Theologie, Pädagogik und Unternehmensberatung in Logotherapie und Existenzanalyse ausgebildet, wichtige Bücher zur Logotherapie veröffentlicht und nahezu weltweit Vorträge gehalten.

Die Weiterbildung in Logotherapie und Existenzanalyse wird heute nun von 10 Instituten in ganz Deutschland angeboten. Sie kooperieren miteinander, um eine hohe Qualität der Kurse zu gewährleisten.

Die Zertifikate der DGLE sind international anerkannt.

Derzeit umfasst die DGLE über 500 Mitglieder, die unterschiedlichen Berufsgruppen angehören. Darauf ausgerichtete Sektionen – Pädagogik / Sozialpädagogik – Theologie und Philosophie – Medizin / Psychotherapie – Logotherapie in Wirtschaft und Arbeitswelt – bieten spezifische Arbeits- und Netzwerkplattformen.

Darüber hinaus gibt die DGLE eine eigene wissenschaftliche Zeitschrift heraus mit dem Titel „Existenz und Logos“ / Zeitschrift für sinnzentrierte Therapie, Beratung und Bildung

Es ist uns sehr wichtig, Kontakte zu Logotherapie-Einrichtungen über die Grenzen hinaus aufzunehmen und zu pflegen. Durch gemeinsame Klärungen und Absprachen im europäischen Raum wollen wir die erforderlichen Grundlagen und Schwerpunkte für zertifizierte Aus- und Weiterbildungsgänge festlegen.

So sind wir weiterhin gut gerüstet, Entwicklungen voranzutreiben, weiter aufmerksam zu sein und daran mit zu arbeiten, dass die Logotherapie und Existenzanalyse von Viktor E. Frankl bekannter wird und in die Arbeit mit Menschen in allen Lebensbereichen einfließen kann.

Die Vorsitzenden der Deutschen Gesellschaft für Logotherapie und Existenzanalyse seit Gründung:

ab 07.12.1982 Dr. med. Karl-Dieter Heines, Bremen

ab 26.10.1991 Prof. Dr. theol. Wolfram Kurz, Tübingen

ab 09.12.1994 Dr. med. Ursula Tirier, Essen

ab 07.06.1997 Prof. Dr. phil. Bijan Amini, Kiel

ab 17.04.1999 Dr. med. Karl-Dieter Heines, Bremen

ab 23.10.1999 Prof. Dr. phil. Karlheinz Biller, Neunkirchen

ab 21.09.2003 Rita Malcomess, Bad Salzschlirf

ab 10.05.2004 Helga Winter, Bergisch-Gladbach

ab 05.02.2011 Anna-Maria Stegmaier, Ludwigsburg